Therapie
Die Therapie der organisch bedingten Impotenz muss zunächst eine Therapie der Grunderkrankung sein; liegt eine Gefäßverengung durch zu hohe Blutfettwerte vor, müssen diese gesenkt werden. Ist ein Diabetes mellitus die Ursache, muss dieser angemessen behandelt werden. Als zweite Maßnahme kommt bei Gefäßschädigungen auch eine chirurgische Behandlung in Betracht, mit der die Blutversorgung des Penis wiederhergestellt wird.
Führen diese Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg, gab es lange nur recht unangenehme Alternativen: Zum einen die SKAT, die SchwellKörperAutoinjektionsTherapie, bei der der Patient sich vor dem Geschlechtsverkehr selbst mit einer feinen Nadel eine durchblutungsfördernde Substanz in die Schwellkörper spritzt. Ein Nachteil dieser Methode wird schnell klar: Der Stich in den Penis ist etwas schmerzhaft und kostet dem Patienten einige Überwindung.
In schweren Fällen hat sich in der Vergangenheit auch der Einsatz von Prothesen, von biegsamen Stiften, in den Penis bewährt. Der Patient kann nach dem Eingriff sein Glied je nach Situation in Ruhe- oder Erektionsstellung biegen. Die Methode ermöglicht selbst Patienten, bei denen eine natürliche Erektion absolut unmöglich geworden ist, ein befriedigendes Sexualleben.
Die neueste und heute bekannteste körperliche Therapie der Impotenz besteht wohl in der Einnahme von Viagra®. Der in dem Mittel enthaltene Wirkstoff Sildenafil bewirkt eine Gefäßerweiterung und damit eine verbesserte Durchblutung der Geschlechtsorgane und unterstützt damit die natürliche Erektion. Für Patienten mit einer körperlich verursachten Impotenz bedeutet Viagra® damit einen echten Fortschritt in der Therapie ihrer Störung.
Vorsicht ist jedoch geboten bei den Patienten, bei denen die Impotenz wesentlich durch psychische Faktoren verursacht wird. Zwar kann auch ihnen das Mittel kurzfristig helfen; es besteht jedoch die Gefahr, dass sie sich allein auf die “chemische Krücke” Viagra® stützen, obwohl ihr Problem in erster Linie ein seelisches ist. In diesen Fällen ist – je nach Schwere der Störung – noch immer eine Psychotherapie oder wenigstens eine kurzfristige psychologische Beratung, möglichst gemeinsam mit dem Partner, unverzichtbar.