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Erektionsstörungen - Impotenz
Unter Erektionsstörungen, Potenzstörungen oder Impotenz versteht man die Unfähigkeit des Mannes, eine für den normalen Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erlangen oder aufrechtzuerhalten. Der Penis enthält Schwellkörper, deren Gefäße sich bei einer Erektion erweitern und vermehrt mit Blut füllen. Während der Erektion ziehen sich die Muskeln um diese Blutgefäße zusammen und verhindern das schnelle Abfließen des Blutes.
Gelegentliche Erektionsstörungen sind normal und können in jedem Alter vorkommen. Moderne Forschungsergebnisse zeigen, dass Potenzstörungen häufiger organische Ursachen haben als bisher angenommen. Bei Potenzstörungen psychischer Ursache kann eine erstmalige Erektionsstörung dazu führen, dass der Mann beim nächsten Mal unter einem starken Leistungsdruck steht, was wiederum zu erneuten Erektionsschwierigkeiten führen kann.
Impotenz und Fahrradfahren
Beim Fahrradfahren lastet ein großer Teil des Körpergewichts auf den Genitalien, während beim normalen Sitzen das Gewicht von den Sitzknochen und Pobacken getragen wird. Untersuchungen haben gezeigt, dass besonders bei einem schmalen Rennsattel regelmäßige Radfahrer signifikant häufiger unter Erektionsstörungen leiden als andere Sportler. Weit verbreitet sind ein Taubheitsgefühl im Penis und Gefühlsstörungen bei der Ejakulation.
Auch wenn diese Symptome nur bei Sportlern auftreten, die viel und regelmäßig Fahrrad fahren, sollten Sie möglichst auf harte, ungepolsterte und schmale Rennsättel verzichten. Auch alle halbe Stunde eine Minute im Stehen zu fahren entlastet die Gefäße und die Prostata. Eine hohe Lenkereinstellung reduziert auch den Druck auf den Unterleib und ermöglicht eine normalere Sitzhaltung. Hilfreich ist es auch den Sattel leicht nach vorne zu neigen.
Therapie
Die Therapie der organisch bedingten Impotenz muss zunächst eine Therapie der Grunderkrankung sein; liegt eine Gefäßverengung durch zu hohe Blutfettwerte vor, müssen diese gesenkt werden. Ist ein Diabetes mellitus die Ursache, muss dieser angemessen behandelt werden. Als zweite Maßnahme kommt bei Gefäßschädigungen auch eine chirurgische Behandlung in Betracht, mit der die Blutversorgung des Penis wiederhergestellt wird.
Führen diese Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg, gab es lange nur recht unangenehme Alternativen: Zum einen die SKAT, die SchwellKörperAutoinjektionsTherapie, bei der der Patient sich vor dem Geschlechtsverkehr selbst mit einer feinen Nadel eine durchblutungsfördernde Substanz in die Schwellkörper spritzt. Ein Nachteil dieser Methode wird schnell klar: Der Stich in den Penis ist etwas schmerzhaft und kostet dem Patienten einige Überwindung.
In schweren Fällen hat sich in der Vergangenheit auch der Einsatz von Prothesen, von biegsamen Stiften, in den Penis bewährt. Der Patient kann nach dem Eingriff sein Glied je nach Situation in Ruhe- oder Erektionsstellung biegen. Die Methode ermöglicht selbst Patienten, bei denen eine natürliche Erektion absolut unmöglich geworden ist, ein befriedigendes Sexualleben.
Die neueste und heute bekannteste körperliche Therapie der Impotenz besteht wohl in der Einnahme von Viagra®. Der in dem Mittel enthaltene Wirkstoff Sildenafil bewirkt eine Gefäßerweiterung und damit eine verbesserte Durchblutung der Geschlechtsorgane und unterstützt damit die natürliche Erektion. Für Patienten mit einer körperlich verursachten Impotenz bedeutet Viagra® damit einen echten Fortschritt in der Therapie ihrer Störung.
Vorsicht ist jedoch geboten bei den Patienten, bei denen die Impotenz wesentlich durch psychische Faktoren verursacht wird. Zwar kann auch ihnen das Mittel kurzfristig helfen; es besteht jedoch die Gefahr, dass sie sich allein auf die “chemische Krücke” Viagra® stützen, obwohl ihr Problem in erster Linie ein seelisches ist. In diesen Fällen ist – je nach Schwere der Störung – noch immer eine Psychotherapie oder wenigstens eine kurzfristige psychologische Beratung, möglichst gemeinsam mit dem Partner, unverzichtbar.
Diagnose
Die klassische Impotenz ist abzugrenzen von anderen Störungen wie dem vorzeitigen Samenerguss (Ejaculatio praecox) oder der schmerzhaften Erektion (Algopareunie), die unter Umständen eine grundlegend andere Therapie erfordern – so ist die Ursache der schmerzhaften Erektion oft eine Vorhautverengung oder eine Entzündung.
Impotenz durch Rauchen
Bluthochdruck und Zigaretten sind für eine 26 Mal höhere Impotenzrate bei Männern verantwortlich. Das haben US-amerikanische Forscher des Wake Forest University Baptist Medical Center in einer neuen Studie festgestellt. Rauchen wirke sowohl akut als auch chronisch Effekte auf die Erektion, sagt Studienleiter John Spangler.
Selbst bei ehemaligen Rauchern sei das Risiko noch immer elf Mal größer als bei Nichtrauchern. Der Zigarettenkonsum wirke sich auch negativ auf die Durchblutung des Penis aus. "Durch die Verhärtung von Arterien und die Verengung von Blutgefäßen in der Beckengegend kommt es zu einer Blutunterversorgung des Penis", erklärt Spangler.
Alle Patienten mit einer so genannten erektilen Dysfunktion sollten auf ihre Rauchgewohnheiten untersucht werden, empfiehlt der Wissenschaftler. Außerdem sollten Männer über die schwerwiegenden Folgen des Zigarettenkonsums informiert werden. "Erektile Dysfunktionen und Blutdruck stehen ohne Zweifel miteinander in Verbindung."
Ian Banks, Sprecher der British Medical Association (BMA) erklärte gegenüber BBC, dass bereits bekannt war, dass Rauchen und Bluthochdruck Auswirkungen auf die Potenz hätten. Neu sei hingegen die Dimension. "Die Botschaft ist eigentlich einfach: Aufhören mit den Zigaretten", sagte der Mediziner. Allein in Großbritannien gebe es rund 100.000 Männer zwischen 40 und 50, die aufgrund des Tabakkonsums impotent sind, vermuten Experten.
Krankheitsbild
Bis zu 10 Prozent der Männer leiden an Impotenz – sie ist damit eine sehr häufige Sexualstörung. Betroffen sind Patienten jeden Lebensalters, mit steigendem Alter tritt die Störung jedoch häufiger auf. Definiert ist die Impotenz als eine mangelhafte Erektion bei 75 Prozent der Beischlafversuche über einen Zeitraum von drei Monaten. Nur relativ selten liegen rein organische oder rein psychische Ursachen vor, am häufigsten wirken körperliche und seelische Faktoren zusammen.
Definition der Erektilen Dysfunktion
Man spricht von einer erektilen Dysfunktion (Abkürzung ED, auch Erektionsstörung, Potenzstörung, im Volksmund auch Impotenz), wenn es einem Mann über einen gewissen Zeitraum hinweg in der Mehrzahl der Versuche nicht gelingt, eine für ein befriedigendes Sexualleben ausreichende Erektion des Penis zu erzielen oder beizubehalten
Bedeutung
Ca 50 % aller Männer zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr sind mit Potenzstörungen konfrontiert und dadurch in ihrer
Lebensqualität beeinträchtigt. Die Einführung von Medikamenten wie Tadalafil ( Cialis), Sildenafil (Viagra) und Vardenafil ( Levitra) hat zwar die Therapie der erektilen Dysfunktion (ED) revolutioniert und vielen betroffenen Männern zu einem erfüllten Sexualleben verholfen.
Dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die ED eine schwerwiegende Erkrankung ist: Nahm man noch vor wenigen Jahren vorwiegend psychische Ursachen wie Stress an, so weiß man dank moderner Untersuchungsmethoden heute, dass in der überwiegenden Mehrzahl organische Leiden eine Rolle spielen.
Die ED ist häufig auch Vorbote anderer, noch schwerwiegenderer Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall und sollte daher immer auch durch einen Internisten untersucht werden.
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